Thymus vulgaris Familie: Lippenblütler (Lamiaceae)

Thymian

Thymian
Illustration: Carolin Nonnenmacher

Pflanzengeflüster

Thymian (Thymus vulgaris) stammt ursprünglich aus dem Mittelmeerraum, von Spanien bis Italien, und fand bereits im frühen Mittelalter seinen Weg über die Alpen nach Mitteleuropa. Heute ist er in vielen Teilen Europas verbreitet und wird häufig angebaut. Sein Name geht vermutlich auf das Griechische zurück – entweder auf „thymos“ (Mut, Kraft) oder „thymiama“(Räucherwerk), was auf seine frühere Verwendung bei Opferzeremonien hinweist.

Die Pflanze selbst ist ein kleiner, aromatischer Zwergstrauch mit feinen, leicht nadelartigen Blättern und zarten rosavioletten Blüten, die von Juni bis September erscheinen. Beim Zerreiben entfaltet sich sein typischer, würziger Duft – ein Zeichen für die ätherischen Öle, die in den Blättern gespeichert sind und dem Thymian seine besondere Kraft verleihen.

Thymian ist ein Hauptbestandteil in den Kräutern der Provence und in der Küche ein häufig benutztes Würzkraut. Unter anderem wird es gerne bei deftigen Fleischgerichten, Fisch, vegetarischen Speisen, Kartoffelgratin, Suppen, Eierspeisen, auf Flammkuchen und zu gebackenem Schafskäse verwendet. Auch in Marinaden, Essig, Kräutersalz, -butter und -käse kann er zum Einsatz kommen. Es gibt auch den bekannten Thymianhonig, der etwas aromatischer und nicht so süß ist wie herkömmlicher Honig. Das enthaltene Thymol wirkt antibakteriell und kann deshalb als Tee, Sirup, Tropfen oder Dampfbad bei Erkältungskrankheiten, insbesondere Husten, Bronchitis und Katarrhen der oberen Luftwege Linderung verschaffen.

Botanische Eckdaten

trocken
Winterhart bis -23 °C
Mittelmeerraum
Mai/Juni bis in den Oktober
sonnig

Heilwirkung

Schleimlösend, krampflösend und antibakteriell wirkt der Thymiantee, was ihn zu einem effektiven Hausmittel bei Erkältungen, festsitzendem Husten, Bronchitis und Halsentzündungen macht.

1,5 bis 2 g Thymian mit 150 ml heißem Wasser übergießen (nicht kochen!), 10 Min. ziehen lassen und abseihen. Und dazu gerne einen Löffel Honig einrühren.

Darüber hinaus kann er die Verdauung fördern, bei Appetitlosigkeit und Magen-Darm-Problemen helfen. Seine entzündungshemmenden Inhaltsstoffe sind als Zutat im Gesichtswasser hilfreich bei unreiner und fettiger Haut.

Vorsicht: Schwangere sollten Thymian nicht in großen Mengen einnehmen, da er die Gebärmutter stimuliert und so Wehen auslösen kann. Es bestehen Verwechslungs- möglichkeiten mit anderen Thymianarten, die aber alle ähnlich verwendet werden können.

Merkmale

10 - 40 cm
❀ (Blüten), 🌿 (Kraut)
Bienenfreundliches Kraut das Bienen, Hummeln und Schmetterlinge mit reichlich Nektar versorgt.
⚕ (Heilpflanze), 🍽 (Gewürz)
Studien zeigen, dass ätherische Öle wie Zimt, Nelke, Teebaum, Rosmarin und Thymian ct. thymol und ct. linalool sehr gut gegen multiresistente Keime eingesetzt werden können. Eine Kombination aus Antibiotikatherapie und ätherischen Ölen ist vielfach sinnvoll.

Gefährdungsstufe

- Nicht bewertet

Illustration: Carolin Nonnenmacher
Foto: Martina Pipprich

Alle Angaben zu Kräutern wurden sorgfältig zusammengestellt, erheben jedoch keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Alle bereitgestellten Informationen stellen keine medizinische Beratung dar.

GOLDENE REGEL für ALLES: Nur was bekannt ist – wird gegessen! Es gilt die Regel: ein Handstrauß Wildpflanzen pro Person und Tag darf auf öffentlichem Gelände gesammelt werden. Verwenden Sie nur gewaschene Pflanzenteile, die Sie eindeutig bestimmen können – im Zweifel verzichten Sie bitte darauf.

TIPP: Ein Vorteil beim Kauf von Freiverkäuflichen Arzneimitteln aus der Apotheke und dem Facheinzelhandel besteht in der sachkundigen Beratung rund um Ihre Beschwerden.

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