Plantago lanceolata Familie: Wegerichgewächse (Plantaginaceae)

Spitzwegerich

Spitzwegerich
Illustration: Felix Blum

Pflanzengeflüster

Der Spitz-Wegerich (Plantago lanceolata) ist vor allem als Sirup, Presssaft und Tee wegen seiner schleimlösenden Heilkraft bei Erkrankungen der oberen Atemwege bekannt. Des Weiteren regt er als Saft die Verdauung und den Stoffwechsel an. Seine Fähigkeiten bei der Wundheilung kann man auch unterwegs nutzen, wenn man sich verletzt hat oder von einem Insekt gestochen wurde. Dann kann man mit ihm die Wunde desinfizieren, indem man ein Blatt so lange quetscht, bis der Saft austritt und es dann auf die Wunde legt.

In der Küche sind die zarteren Blätter als Zusatz zu Salat, im Smoothie oder gekocht als Spinatersatz verwendbar. Und richtig lecker: Spitzwegerich-Blütenknospen schmecken nach Champignons!

Vielseitge Anwendungen – als Tee, Sirup, Tinktur, frischen Saft oder einfach als aufgelegtes Blatt direkt aus der Natur. Besonders beliebt ist der Sirup, der traditionell zur Unterstützung bei Husten verwendet wird.

Rezept: Herstellung eines Erdkammernsirups

Ein gut gereinigtes Schraubglas mit frischen, trockenen Spitzwegerichblättern einschichten. Mit dünnflüssigem Honig oder Zucker übergießen, so dass alles gut bedeckt ist. Wieder eine Schicht Blätter einlegen und dies wiederum mit Honig abdecken. So verfährt man, bis das Glas ganz voll ist. Einige Stunden oder über Nacht stehen lassen, bis sich alles gesetzt hat, dann nochmals mit Honig auffüllen. Alle Blätter müssen mit Honig oder Zucker bedeckt sein. Mit mehreren Schichten dickem Pergamentpapier verschließen und mit dünnem Draht um den Glashals festbinden. Das Glas in einem ca. 50cm tiefen Erdloch versenken, ein kleines Brettchen darauf legen, vorsichtig mit Erde bedecken und die Stelle markieren. Das Glas ist nun von einer gleichmäßigen Erdtemperatur umgeben, was eine langsame Gärung bewirkt. Nach 3 Monaten wird der Sirup ausgegraben, gut ausgepresst und in Flaschen abgefüllt.

Dann an einem kühlen Ort aufbewahren. Man kann zur Verstärkung noch hustenstillende ätherische Öle zufügen wie Thymian oder Eukalyptus.

Auf 100ml Sirup gibt man 2-5 Topfen des Öls

Botanische Eckdaten

Sonnige bis halbschattige, mäßig trockene Standorte
extrem frosthart und winterhart
Europa, Mittelmeerraum, westliches Asien, heute weltweit verschleppt
Mai bis September/Oktober
Sonne und Wärme liebend

Heilwirkung

Heute wird der Spitzwegerich vor allem bei Erkältungen eingesetzt. Er wirkt entzündungshemmend und zusammenziehend (adstringierend) und hilft besonders bei Reizhusten, Bronchitis und anderen Erkrankungen der Atemwege. Auch bei Entzündungen im Mund- und Rachenraum sowie bei Hautproblemen wie Insektenstichen, Wunden oder schlecht heilenden Verletzungen findet er Anwendung.

Seine Wirkung ist vielseitig: antibakteriell, krampflösend, abschwellend, juckreizstillend und heilungsfördernd. Zudem unterstützt er die Blutgerinnung.

Inhaltsstoffe: Schleimstoffe, Bitterstoffe, Flavonoide, Vitamin C, A, K, Eisen, Kieselsäure und das Glykosid Aucubin. Eine antibiotische Wirkung ist nachgewiesen.

Merkmale

30 - 50 cm
🌷 (gesamte Pflanze)
Impuls: Wildpflanzen können auch Kulturpflanzen unterstützen Das Forschungsprojekt „BNI 2030“ untersucht daher den Einsatz von Spitzwegerich, um diese Verluste zu reduzieren und gleichzeitig die Stickstoffversorgung der Pflanzen zu sichern. Ziel ist ein umweltfreundlicher und nachhaltigerer Pflanzenbau. Denn: Rund 75% der Stickstoffeinträge in deutsche Gewässer stammen aus der Landwirtschaft, insbesondere aus dem Maisanbau. Dabei entstehen durch Bodenprozesse Stickstoffverluste und das klimaschädliche Lachgas. Nach der Maisernte bleibt oft viel Nitrat im Boden, das ohne Gegenmaßnahmen ins Grundwasser ausgewaschen wird.
⚕ (Heilpflanze), 🍽 (essbar)
Hemmt die Umwandlung von Ammoniumstickstoff in Nitrat und hält dadurch Dünger länger verfügbar.
Er bietet Nahrung für etwa 10 Wildbienenarten und dient als Raupenfutterpflanze für über 85 Schmetterlingsarten, darunter gefährdete Arten wie Scheckenfalter.

Gefährdungsstufe

* Ungefährdet

Illustration: Maik Altes
Foto: Martina Pipprich

Alle Angaben zu Kräutern wurden sorgfältig zusammengestellt, erheben jedoch keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Alle bereitgestellten Informationen stellen keine medizinische Beratung dar.

GOLDENE REGEL für ALLES: Nur was bekannt ist – wird gegessen! Es gilt die Regel: ein Handstrauß Wildpflanzen pro Person und Tag darf auf öffentlichem Gelände gesammelt werden. Verwenden Sie nur gewaschene Pflanzenteile, die Sie eindeutig bestimmen können – im Zweifel verzichten Sie bitte darauf.

TIPP: Ein Vorteil beim Kauf von Freiverkäuflichen Arzneimitteln aus der Apotheke und dem Facheinzelhandel besteht in der sachkundigen Beratung rund um Ihre Beschwerden.

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