Salvia rosmarinus Familie: Lippenblütler (Lamiaceae)

Rosmarin

Rosmarin
Foto: Martina Pipprich

Pflanzengeflüster

Ich bin der Rosmarin – zuhause im sonnigen Mittelmeerraum, wo ich seit jeher an Küsten und in warmen Landschaften wachse. Mein Name bedeutet „Tau des Meeres“ (ros marinus), ein poetisches Bild, dessen Ursprung bis heute nicht ganz geklärt ist. Das „officinalis“ in meinem Namen verrät jedoch: Ich bin eine alte, geschätzte Arznei- und Gewürzpflanze mit langer Tradition.

Als immergrüner, duftender Strauch kann ich bis zu einem Meter hoch werden. Meine schmalen, nadelartigen Blätter sind fest und unterseits fein weiß behaart. Zerreibt man sie, entfaltet sich sofort mein intensiver, aromatischer Duft – ein Zeichen für die ätherischen Öle, die in meinen Blättern gespeichert sind.

In meinen Blattachseln zeigen sich im späten Frühjahr, von Mai bis Juni, zarte Blüten in blassem Blau bis Hellviolett.

Botanische Eckdaten

trockene Böden
nur bedingt winterhart, doch spezielle Sorten bis -20 oder -25 Grad
Westlicher und zentraler Mittelmeerraum
März - Mai
vollsonnig, warm

Heilwirkung

Verwendet werden die getrockneten Rosmarinblätter, deren typischer Duft sich besonders beim Zerreiben entfaltet. Aufgrund langjähriger Erfahrung werden sie innerlich vor allem bei Verdauungsbeschwerden eingesetzt, etwa bei Völlegefühl oder leichten krampfartigen Magen-Darm-Beschwerden.

Äußerlich findet Rosmarin Anwendung als Badezusatz oder Einreibung, meist in Form von Rosmarinöl. Dabei unterstützt er bei leichten Muskel- und Gelenkbeschwerden und kann zudem den Kreislauf anregen. Entsprechend wird er häufig in Herz-Kreislauf-Tees sowie in Salben, Cremes und Ölbädern verwendet. Allgemein entzündungshemmend und stimulierend.

Merkmale

50 - 200 cm
⚕ (Heilpflanze), 🍽 (Gewürz), 🔧 (Aromapflanze)
Extrem insektenfreundlich und eine wertvolle Nahrungsquelle für Bienen, Hummeln und Schmetterlinge. Besonders seine frühen blauen Blüten ab Februar/März bieten Bestäubern wichtige Energie. Als mediterraner Lippenblütler zieht er besonders Wildbienen an und ist ideal für naturnahe Gärten.
Der Extrakt ist als Antioxidations- und Konservierungsmittel E 392 gelistet.
Auch in der Küche bin ich fest verwurzelt: Ich bin ein intensives, mediterranes Gewürz und passe wunderbar zu Kartoffelgerichten, Ofengemüse, Fleisch wie Lamm oder Rind sowie zu Fisch. Meine Nadeln sind kräftig im Geschmack, daher werden sie meist mitgekocht oder -gebraten und eher sparsam verwendet. Meine holzigen Zweige geben beim Mitgaren ihr Aroma an Soßen ab.

Gefährdungsstufe

Foto: Martina Pipprich
Foto: Martina Pipprich

Alle Angaben zu Kräutern wurden sorgfältig zusammengestellt, erheben jedoch keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Alle bereitgestellten Informationen stellen keine medizinische Beratung dar.

GOLDENE REGEL für ALLES: Nur was bekannt ist – wird gegessen! Es gilt die Regel: ein Handstrauß Wildpflanzen pro Person und Tag darf auf öffentlichem Gelände gesammelt werden. Verwenden Sie nur gewaschene Pflanzenteile, die Sie eindeutig bestimmen können – im Zweifel verzichten Sie bitte darauf.

TIPP: Ein Vorteil beim Kauf von Freiverkäuflichen Arzneimitteln aus der Apotheke und dem Facheinzelhandel besteht in der sachkundigen Beratung rund um Ihre Beschwerden.

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