Lavendel
Animation: Matalebi Schajan Sound: Matalebi Schajan
Pflanzengeflüster
Lavendelduft kennt man vom Lavendelsäckchen aus dem Wäscheschrank – der Name Lavandula angustifolia kommt ja auch von lavare = waschen, reinwaschen, klären. In Frankreich, vor allem in der Provence, wird der Lavendel allerdings auch in der Feinschmeckerküche genossen, z.B. als Bestandteil in den „Herbes de Provence“, als Tartelettes mit Ziegenkäse-Ricotta-Creme und karamellisierten Feigen, als Lavendelsalz, Lavendelbutter oder Lavendeleis.
Neben dem echten Lavendel werden auch Hybriden kommerziell genutzt. Je wärmer der Standort, desto stärker das Aroma.
Der praktische Tipp: Wenn Sie den Duft von Lavendel mögen und unter Unruhe, Instabilität und Gedankenkreisen leiden, dann nutzen Sie das ätherische Öl (auf Qualität achten und Lavandula angustifolia verwenden). Dafür abends wenige Tropfen aufs Kopfkissen tropfen. Schön ist auch die Massage der Fußsohlen mit verdünntem Lavendelöl (2 Tropfen ätherisches Öl auf 1 EL fettes Öl). Für den aromatischen „Vier-Räuber-Essig“ mit leichter Anti-Infekt-Wirkung je 1 Esslöffel Lavendelblüten, Thymiankraut, Salbei- und Rosmarinblätter mit einem halben Liter Apfelessig in einer gut verschließbaren und weithalsigen Flasche ansetzen und etwa 3 Wochen durchziehen lassen. Immer wieder durchschütteln. Dann abseihen und dunkel aufbewahren. Das Lavendel-Präparat oder aus der Apotheke oder Facheinzelhandel ist auch bei Prüfungsangst und Lampenfieber geeignet.
Botanische Eckdaten
Heilwirkung
Traditioneller Einsatz: In der Traditionellen Europäischen Medizin galt der Lavendel als reinigend und öffnend, er „stärkt, erquickt und erwärmt“ und sollte bei „alten kalten Krankheiten des Kopfes und der Nerven“ helfen, um den Geist zu klären, Ruhe zu geben und Angst zu nehmen. Bei den Römern war er neben der Rose das wichtigste Körperpflegemittel. Im mittelalterlichen Marseille sollen vier Räuber sich gegen die dort grassierende Pest mit einem Essig-Rezept geschützt haben – in dem vermutlich auch Lavendel enthalten war.
Blickwinkel moderne Medizin: Lavendelblüten (Lavandulae flos) enthalten vor allem ätherisches Öl und Lamiaceengerbstoffe. Die Anwendung bei Unruhe, Einschlafstörungen und Gedankenkreisen ist mittlerweile belegt, wie auch bei nervös bedingten Beschwerden zum Beispiel Reizmagen, Reizdarm oder Kreislaufstörungen. Die Forschung beschäftigt sich schwerpunktmäßig mit der Anwendung zur Schmerzlinderung und bei Angstzuständen, aber z.B. auch äußerlich bei Schuppenflechte oder zur Wundheilung. Da das für die Wirkung verantwortliche ätherische Öl auch über die Haut aufgenommen wird, sind äußerliche wie innerliche Anwendungen erlaubt und sinnvoll, von der Einnahme von Präparaten aus der Apotheke und dem Facheinzelhandel bei Unruhe und ängstlicher Verstimmung, über Duftlampe, Einreibungen oder Badezusatz.
Merkmale
Gefährdungsstufe
–
Alle Angaben zu Kräutern wurden sorgfältig zusammengestellt, erheben jedoch keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Alle bereitgestellten Informationen stellen keine medizinische Beratung dar.
GOLDENE REGEL für ALLES: Nur was bekannt ist – wird gegessen! Es gilt die Regel: ein Handstrauß Wildpflanzen pro Person und Tag darf auf öffentlichem Gelände gesammelt werden. Verwenden Sie nur gewaschene Pflanzenteile, die Sie eindeutig bestimmen können – im Zweifel verzichten Sie bitte darauf.
TIPP: Ein Vorteil beim Kauf von Freiverkäuflichen Arzneimitteln aus der Apotheke und dem Facheinzelhandel besteht in der sachkundigen Beratung rund um Ihre Beschwerden.