Hypericum perforatum Familie: Johanniskrautgewächse (Hypericaceae)

Johanniskraut

Animation: Luca Ternes Sound: Luca Ternes

Pflanzengeflüster

Johanniskraut (Hypericum perforatum) gehört zu einer artenreichen Pflanzengattung: Weltweit sind rund 380 Hypericum-Arten bekannt, etwa 20 davon sind in Mitteleuropa heimisch – darunter das Tüpfel-Johanniskraut. Charakteristisch für diese Art ist die feine, drüsige Punktierung der Blätter, die besonders gut sichtbar wird, wenn man sie gegen das Licht hält – ein Merkmal, das sie klar von anderen Arten unterscheidet.


Seinen Namen verdankt das Johanniskraut seiner Blütezeit: Es beginnt zur Sommersonnwende um den Johannistag (24. Juni) zu blühen.


Aus dem blühenden Kraut lassen sich Tee und Tinkturen herstellen, die traditionell bei depressiven Verstimmungen, Angst und nervöser Unruhe eingesetzt werden. Ein Aufguss aus den Blüten wird zudem bei Magen-, Darm- und Gallebeschwerden geschätzt.


Auch sogenannte „ölige Zubereitungen“ sind möglich – bekannt als Johannisöl oder Rotöl. Dabei handelt es sich um eine traditionelle Herstellung aus frischen Blüten: Diese werden leicht zerdrückt, mit Olivenöl im Verhältnis 1:4 übergossen und in einem hellen Glasgefäß an einem warmen, sonnigen Ort etwa sechs Wochen lang unter regelmäßigem Schütteln ausgezogen. Während dieses Prozesses – ursprünglich auch als „Gärung“ bezeichnet – färbt sich das Öl durch den enthaltenen Wirkstoff Hypericin charakteristisch dunkelrot.


Das Johannisöl wird äußerlich bei Muskelschmerzen, Zerrungen und Verstauchungen sowie bei Sonnenbrand und leichten Verbrennungen (1. Grades) angewendet. Die intensive Anwendung von Johanniskraut kann die Lichtempfindlichkeit der Haut erhöhen und zu einer verminderten Wirkung anderer Medikamente führen.

Botanische Eckdaten

wenig feucht
frosthart
Europa, Westasien
beginnend um den Johannistag (24. Juni) bis in den Oktober
sonniger, warmer Standort

Heilwirkung

Johanniskraut ist als pflanzliches Arzneimittel anerkannt: Standardisierte Extrakte gelten als „medizinisch etabliert“ zur Behandlung leichter bis mittelschwerer Depressionen. Zudem wird es traditionell bei nervöser Unruhe, Angst und vorübergehender mentaler Erschöpfung eingesetzt. Auch äußerlich, etwa als Johannisöl, findet es Anwendung bei leichten Hautentzündungen, kleinen Wunden, Muskelbeschwerden und Verbrennungen ersten Grades.

Merkmale

15 - 100 cm
❀ (Blüten und Knospen)
⚕ (Heilpflanze), ☠ (Giftpflanze)
Außerordentlich bienenfreundlich. Das Echte Johanniskraut bietet als einheimische Wildpflanze reichlich Pollen für über 13 Wildbienenarten, Honigbienen und Schmetterlinge.

Gefährdungsstufe

* Ungefährdet

Illustration: Hannah-Maria Victor
Foto: Martina Pipprich

Alle Angaben zu Kräutern wurden sorgfältig zusammengestellt, erheben jedoch keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Alle bereitgestellten Informationen stellen keine medizinische Beratung dar.

GOLDENE REGEL für ALLES: Nur was bekannt ist – wird gegessen! Es gilt die Regel: ein Handstrauß Wildpflanzen pro Person und Tag darf auf öffentlichem Gelände gesammelt werden. Verwenden Sie nur gewaschene Pflanzenteile, die Sie eindeutig bestimmen können – im Zweifel verzichten Sie bitte darauf.

TIPP: Ein Vorteil beim Kauf von Freiverkäuflichen Arzneimitteln aus der Apotheke und dem Facheinzelhandel besteht in der sachkundigen Beratung rund um Ihre Beschwerden.

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