Schwarzer Holunder
Pflanzengeflüster
Holunderküchlein, Pullunder mit Tüchchen.
Die Nase tief in die wackeligen, zarten, fein duftenden Blüten,
gelb klebt der Staub oder der Puderzucker
auch auf den fettigen Teilchen.
Lecker!
So wichtig ist der Holunder in der Volksmedizin, dass er in einem bekannten Kinderreim vorkommt: „Ringel, Ringel, Reihe, sind der Kinder dreie, sitzen unter‘m Hollerbusch, machen alle husch, husch, husch.“ Seinen Namen verdankt er – vermutlich – der germanischen Göttin Hulda - die Kelten glaubten, dass die Schutzgöttin Hulda in den Zweigen wohnt. Und so durfte er auch nicht abgesägt werden.
Der praktische Tipp: Holunderblütentee kann sehr gut mit Lindenblütentee gemischt werden und schmeckt dann auch etwas besser. Husten- und Erkältungstees können gesüßt werden, bei Erkältung auch gerne einen Spritzer Zitronensaft dazugeben. Holunderbeeren dürfen nicht roh gegessen werden, sie sollten zudem nach dem Kochen ausgesiebt werden. Der ungesüßte Muttersaft kann warm gegen Erkältungen getrunken werden, gerne mal mit Ingwer und Honig angereichert, aus ihm lässt sich, mit Zimt, Nelken, Vanilleschote, Apfelschnitzen oder Grießklößchen oder Zwieback auch eine leckere Suppe zaubern.
Botanische Eckdaten
Heilwirkung
Traditioneller Einsatz: Traditionell galt der Holunder (Sambucus nigra) als die „Apotheke des Einödbauern“, als bedeutende Heilpflanze, der die Wirkung zugeschrieben wurde, übermäßige Flüssigkeit auszuleiten. Tatsächlich wurden traditionell auch Blätter, Rinde und Wurzeln verwendet - als kräftig abführendes, entwässerndes, brechreizförderndes, schleim- und galleabführende Mittel. Davon wird heute dringend abgeraten. Die Holunderblüten Sambuci flos wurden eingesetzt, um eine andere Form der Ausscheidung anzuregen: die Schweißbildung. Die bläulich-schwarzen Holunderbeeren (Sambuci fructus) dagegen galten als blutbildend und stärkend – die dunkelrote-blaue Farbe wies nach dem traditionellen Blick auf einen Bezug zum Blut hin. Eine weitere interessante Anwendung fand der ungesüßte Muttersaft der Holunderbeeren in der Traditionellen Europäischen Medizin: Er wurde bei Neuralgien, Ischias, aber auch Gürtelrose eingesetzt.
Blickwinkel moderne Medizin: Die Blüten enthalten ätherisches Öl mit freien Fettsäuren, Schleime, Phytosterine, Gerbstoffe. Sie wirken schweißtreibend und steigern die Bronchialsekretion. Sie werden als schweißtreibendes Mittel bei Erkältung und Fieber und zur Auswurfförderung bei Husten eingesetzt. Die Früchte enthalten neben dem nach dem Holunder benannten Sambucin als Farbstoff, Fruchtsäuren, Vitamin B2, Vitamin C, Eisen und Folsäure, außerdem das giftige Sambunigrin, das durch Erhitzen unschädlich gemacht werden muss. Damit haben sie auch eine antioxidative Wirkung, zahlreiche bioaktive Substanzen konnten identifiziert werden
Merkmale
Gefährdungsstufe
–
Alle Angaben zu Kräutern wurden sorgfältig zusammengestellt, erheben jedoch keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Alle bereitgestellten Informationen stellen keine medizinische Beratung dar.
GOLDENE REGEL für ALLES: Nur was bekannt ist – wird gegessen! Es gilt die Regel: ein Handstrauß Wildpflanzen pro Person und Tag darf auf öffentlichem Gelände gesammelt werden. Verwenden Sie nur gewaschene Pflanzenteile, die Sie eindeutig bestimmen können – im Zweifel verzichten Sie bitte darauf.
TIPP: Ein Vorteil beim Kauf von Freiverkäuflichen Arzneimitteln aus der Apotheke und dem Facheinzelhandel besteht in der sachkundigen Beratung rund um Ihre Beschwerden.