Plantago major Familie: Wegerichgewächse (Plantaginaceae)

Breitwegerich

Animation: Lina Schmidt Sound: Lina Schmidt

Pflanzengeflüster

Der Breitwegerich (Plantago major) stammt ursprünglich aus Europa und Asien und wurde im 17. Jahrhundert von europäischen Siedlern nach Nordamerika gebracht – vermutlich unbemerkt über Samen an Schuhen und Waren. Dort verbreitete er sich schnell und ist heute in ganz Nordamerika weit verbreitet.

Wegen seines häufigen Auftretens entlang von Wegen nannten ihn indigene Völker treffend „Fußstapfen des weißen Mannes“. Die robuste Pflanze wächst besonders gut auf verdichteten Böden und ist äußerst trittfest. Schon früh erkannten auch die indigenen Menschen seinen Nutzen und setzten ihn als vielseitige Heilpflanze ein, etwa zur Behandlung von Wunden und Blasen. Heute gilt der Breitwegerich in Nordamerika als fest etablierter Neophyt.

Junge, zarte Blätter des Wegerichs lassen sich gut roh als Salat genießen, während ältere Blätter schnell faserig werden und sich eher für gekochte Gerichte wie Eintöpfe eignen. Sie sind reich an Calcium und weiteren Mineralstoffen; zudem liefern 100 g etwa so viel Beta-Carotin wie eine große Karotte.

Botanische Eckdaten

Wegränder, Intensiv-Weiden, Ruderalstellen
Winterhart und wintergrün am geschützten Standort.
Europa, Asien, heute weltweit verschleppt
Mai bis Oktober
Sonnige bis halbschattige Standorte

Heilwirkung

Enthält viele Mineralien und Beta-Carotin. Heute vorwiegend als Erkältungsmittel, aber allgemein entzündungshemmend und adstringierend wirkend. Historisch breite medizinische Anwendung, jedoch nachweisbar nur schwache Wirkung bei Erkältungskrankheiten.

Merkmale

5 – 40 cm
❀ (Blüten), 🌿 (Kraut)
Heilpflanze
Der Breitwegerich ist eine sehr wertvolle Pflanze für Insekten und ein wichtiger Bestandteil naturnaher Gärten. Obwohl er unscheinbar wirkt, bietet er eine wichtige Nahrungsquelle. Von Juni bis Oktober dient er vielen Wildbienen, Hummeln und Schwebfliegen als Pollenquelle.
Wegerich-Chips“: Die jungen Blätter lassen sich in etwas Öl anbraten oder sogar frittieren und entwickeln dabei ein angenehm pilzartiges Aroma. Samen als Wildgewürz: Die getrockneten Samen – ähnlich wie Flohsamen – haben einen nussigen Geschmack und eignen sich hervorragend für Müsli, Brotteig oder als geröstetes Topping für Salate.

Gefährdungsstufe

* Ungefährdet

Foto: Martina Pipprich
Illustration: Maik Altes

Alle Angaben zu Kräutern wurden sorgfältig zusammengestellt, erheben jedoch keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Alle bereitgestellten Informationen stellen keine medizinische Beratung dar.

GOLDENE REGEL für ALLES: Nur was bekannt ist – wird gegessen! Es gilt die Regel: ein Handstrauß Wildpflanzen pro Person und Tag darf auf öffentlichem Gelände gesammelt werden. Verwenden Sie nur gewaschene Pflanzenteile, die Sie eindeutig bestimmen können – im Zweifel verzichten Sie bitte darauf.

TIPP: Ein Vorteil beim Kauf von Freiverkäuflichen Arzneimitteln aus der Apotheke und dem Facheinzelhandel besteht in der sachkundigen Beratung rund um Ihre Beschwerden.

Schmuckelement