Prunella grandiflora Familie: Lippenblütler (Lamiaceae)

Großblütige Braunelle

Großblütige Braunelle
Illustration: Julian Pontzen

Pflanzengeflüster

Die Kleine (Großblütige) Braunelle wurde früher zur Behandlung der als Halsbräune bekannten Diphtherie genutzt, der zu ihrem Namen Braunelle führte, so steht es geschrieben in der Interpretation des Garts von Otto Beßler. Dies macht auch aufgrund ihrer relativen Häufigkeit Sinn. Die einheimische Pflanze ist anspruchslos, breitet sich schnell aus und bildet große Teppiche. So gilt sie auch als idealer Bodendecker für Dachgärten und Steingärten. Dort zieht sie mit ihren zart duftenden Blüten zahlreiche Insekten an. Vor allem Hummeln können mit ihrem beeindruckenden Körpergewicht den sehr speziellen Hebelmechanismus der kleinen blauen Lippenblüten bedienen: Sie stzen sich auf die Unterlippe und klappen so die Staubblätter herab. Diese bepudern den Rücken des Insekts mit Pollen.

Botanische Eckdaten

frisch bis trocken
winterhart bis -28°C
weite Teile Europas, Vorderasien
Juni - September
sonnig bis Halbschatten

Heilwirkung

Die Kleine Braunelle (Prunella vulgaris) galt früher als vielseitige Heilpflanze und wurde sogar als „Allheil“ bezeichnet. Sie wurde vor allem bei Entzündungen im Mund- und Rachenraum eingesetzt, etwa als Gurgelmittel, sowie zur Behandlung von Wunden und Hauterkrankungen. Auch bei inneren Verletzungen, Husten und Lungenproblemen fand sie Verwendung. Heute ist ihre medizinische Bedeutung in Europa jedoch weitgehend in Vergessenheit geraten.

Merkmale

5 - 30 cm
❀ (Blüten), 🌿 (Kraut)
Von Juni bis September bietet sie kontinuierlich Nahrung und ist eine st eine wichtige Nahrungsquelle für Honigbienen, Hummeln und Schmetterlinge.
🍽 (essbar), 🔧 (Kosmetik), (⚕?) (historisch, ohne spezifische Wirkung)
Studien, vor allem aus Asien, zeigen, dass die Kleine Braunelle vielfältige Wirkungen haben kann: Sie wirkt unter anderem antimikrobiell, entzündungshemmend, antioxidativ, blutdrucksenkend und harntreibend. Zudem gibt es Hinweise auf positive Effekte bei Gefäßen, Cholesterin, Herpes sowie möglicherweise weiteren Erkrankungen. Viele dieser Wirkungen lassen sich durch ihre Inhaltsstoffe wie Gerbstoffe, Flavonoide und Triterpene erklären. Allerdings stammen einige Ergebnisse bisher nur aus Labor- oder Vorstudien und müssen noch weiter erforscht werden.

Gefährdungsstufe

* Ungefährdet

Alle Angaben zu Kräutern wurden sorgfältig zusammengestellt, erheben jedoch keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Alle bereitgestellten Informationen stellen keine medizinische Beratung dar.

GOLDENE REGEL für ALLES: Nur was bekannt ist – wird gegessen! Es gilt die Regel: ein Handstrauß Wildpflanzen pro Person und Tag darf auf öffentlichem Gelände gesammelt werden. Verwenden Sie nur gewaschene Pflanzenteile, die Sie eindeutig bestimmen können – im Zweifel verzichten Sie bitte darauf.

TIPP: Ein Vorteil beim Kauf von Freiverkäuflichen Arzneimitteln aus der Apotheke und dem Facheinzelhandel besteht in der sachkundigen Beratung rund um Ihre Beschwerden.

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