Betonica officinalis Familie: Lippenblütler (Lamiaceae)

Heilziest

Animation: Antonia Reuter Sound: Antonia Reuter

Pflanzengeflüster

Die Echte Betonie wurde schon im frühen Mittelalter als wertvolle Heilpflanze genutzt. Sie ist bereits in den Pflanzenlisten Karls des Großen von 812 (Capitulare de villis) aufgeführt und war damit fester Bestandteil von Kloster- und Apothekergärten.

Die Betonie wird auch Heilziest genannt, ist eine seit 1800 Jahre genutzte Heilpflanze, die schon im Mittelalter als wichtiges Schutzkrau geschätzt wurde. Auch im Volksglauben spielte sie eine große Rolle: In der Antike trugen römische Gladiatoren sie als Schutzamulett gegen Verletzungen, und sie galt als besonders wertvoll. Häufig pflanzte man sie in Kirchennähe oder trug getrocknete Pflanzenteile als Amulett, oft mit roter Wolle befestigt, um sich vor negativen Einflüssen zu schützen. Auch in der angelsächsischen Tradition galt die Betonie – ähnlich wie das Eisenkraut – als besonders wirksames Schutzkraut.

Nach Hildegard von Bingen kann jenen helfen, die von falschen Träumen geplagt sind… der habe Betonienkraut bei sich, wenn er abends schlafen geht und wenn er schläft, und er wird weniger falsche Träume sehen…

Botanische Eckdaten

wechselfeucht bis feucht
robust, winterhart
Europa, West-Asien
Juni - September
sonnig bis halbschattig

Heilwirkung

Der Heilziest (Stachys officinalis) wird trotz seiner unterschiedlichen Wirkungen in der Phytotherapie selten verwendet und ist darum eher unbekannt.

Seine Wirkung verdankt der Heilziest unter anderem Bitter- und Gerbstoffen, die auch den Stoffwechsel anregen.

Darüber hinaus wirkt er kräftigend, blutstillend und kann bei Magen-Darm-Beschwerden wie Durchfall unterstützen. In Teemischungen wird er auch bei Erkältungen geschätzt, da er schleimlösend wirkt.

Merkmale

❀ (Blüten), 🌿 (Kraut)
⚕ (Heilpflanze), 🔧 (Aromapflanze, Färberpflanze)
Die purpurvioletten Blüten sind eine hervorragende Nektar- und Pollenquelle für eine Vielzahl von Insekten.Spezialisten: Besonders Wildbienen wie die seltene Späte Ziest-Schlürfbiene profitieren von der Pflanze.Raupenfutter: Die Pflanze dient als Raupenfutter für verschiedene Schmetterlingsarten.
Der Heilziest ist eine ideale Pflanze, um die Biodiversität im Garten zu fördern, insbesondere durch die Pflanzung in Staudenbeeten oder als Teil einer Blumenwiese.

Gefährdungsstufe

Foto: Martina Pipprich

Alle Angaben zu Kräutern wurden sorgfältig zusammengestellt, erheben jedoch keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Alle bereitgestellten Informationen stellen keine medizinische Beratung dar.

GOLDENE REGEL für ALLES: Nur was bekannt ist – wird gegessen! Es gilt die Regel: ein Handstrauß Wildpflanzen pro Person und Tag darf auf öffentlichem Gelände gesammelt werden. Verwenden Sie nur gewaschene Pflanzenteile, die Sie eindeutig bestimmen können – im Zweifel verzichten Sie bitte darauf.

TIPP: Ein Vorteil beim Kauf von Freiverkäuflichen Arzneimitteln aus der Apotheke und dem Facheinzelhandel besteht in der sachkundigen Beratung rund um Ihre Beschwerden.

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