Salbei
Animation: Amélie Kopf Sound: Melek Alan
Pflanzengeflüster
Salbei – schon sein Name verrät seine Bedeutung: Salvia leitet sich vom lateinischen salvus ab und bedeutet „gesund“ oder „heilend“. Auch der Zusatz officinalis weist darauf hin, dass es sich um eine seit jeher geschätzte Arzneipflanze handelt – eine, die ihren festen Platz in der Apotheke hatte.
Wie hoch sein Ansehen war, zeigt ein alter Spruch aus dem Mittelalter: „Warum sollte ein Mensch sterben, in dessen Garten Salbei wächst?“ Salbei galt als Sinnbild für Gesundheit, Wohlbefinden und Lebenskraft.
Traditionell wurde er vielseitig genutzt: Als Tee half er, den Flüssigkeitshaushalt zu regulieren – etwa bei übermäßigem Schwitzen oder auch beim Abstillen. Frische Blätter legte man direkt auf entzündete oder schmerzende Stellen im Mund, um Linderung zu verschaffen.
Die Pflanze selbst ist ein duftender Halbstrauch, der je nach Art bis zu einem Meter hoch werden kann. Seine graugrünen, oft filzig behaarten Blätter speichern wertvolle ätherische Öle. Zerreibt man sie, entfaltet sich sofort ihr charakteristischer, würziger Duft – ein kleines Zeichen für die Kraft, die in ihnen steckt.
Salbei ist auch ein unverzichtbarer Bestandteil der italienischen Küche, geschätzt für sein kräftiges, herb-würziges Aroma und seine gesundheitsfördernde Wirkung. Er ist besonders wegen seiner Vielseitigkeit bei Fleischgerichten, Nudeln und Buttersoßen beliebt.
Botanische Eckdaten
Heilwirkung
Blickwinkel moderne Medizin: Die Salbeiblätter (Salviae officinalis folium) enthalten vor allem ätherisches Öl mit Cineol, Thujon und Campher, daneben Gerbstoffe, Bitter- und Farbstoffe. Das ätherische Öl reduziert Keime, die Gerbstoffe dichten die empfindliche Schleimhaut ab. Anerkannt ist die Anwendung von Salbei äußerlich bei Entzündungen in Mund und Rachen wie auch bei leichten Entzündungen der Haut. Mehr und mehr Studien weisen jedoch auch noch auf andere Effekte hin, z.B. eine antioxidative Wirkung, aber auch mögliche Effekte bei Brustkrebs oder neurodegenerativen Erkrankungen.
Der praktische Tipp: Denken Sie an die äußerliche Anwendung von Salbei bei allen Entzündungen im Mund. Dafür können Sie ein Salbeiblatt im Mund zwischen Zahnfleisch und Wange einlegen (10 - 20 Minuten) oder kauen, mit Salbeitee gurgeln oder ein Extraktpräparat zum Gurgeln aus der Apotheke oder dem Facheinzelhandel verwenden. Salbei – als Bonbon oder Dragee – ist auch hilfreich bei strapazierter Stimme, z.B. von Redner:innen oder Sänger:innen. Bei starkem Schwitzen könnten Sie Salbeitee trinken, Salbeiwaschungen durchführen, es gibt zudem spezielle Salbeipräparate in der Apotheke oder dem Facheinzelhandel.
Merkmale
Gefährdungsstufe
–
Alle Angaben zu Kräutern wurden sorgfältig zusammengestellt, erheben jedoch keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Alle bereitgestellten Informationen stellen keine medizinische Beratung dar.
GOLDENE REGEL für ALLES: Nur was bekannt ist – wird gegessen! Es gilt die Regel: ein Handstrauß Wildpflanzen pro Person und Tag darf auf öffentlichem Gelände gesammelt werden. Verwenden Sie nur gewaschene Pflanzenteile, die Sie eindeutig bestimmen können – im Zweifel verzichten Sie bitte darauf.
TIPP: Ein Vorteil beim Kauf von Freiverkäuflichen Arzneimitteln aus der Apotheke und dem Facheinzelhandel besteht in der sachkundigen Beratung rund um Ihre Beschwerden.