Taraxacum sect. Ruderalia Familie: Korbblütler (Asteraceae)

Löwenzahn

Löwenzahn
Illustration: Emelie Klär

Pflanzengeflüster

Ich werde auch Pusteblume genannt und bin der Superstar unter den Wildkräutern und bringe dir Kraft, Reinigung und neue Energie … eine uralte Heilpflanze, die besonders im Frühling geschätzt wird.

Du kennst mich vielleicht als unscheinbare Wiesenpflanze – doch in mir steckt erstaunlich viel Heilkraft. Von der Wurzel bis zur Blüte kannst du mich vollständig nutzen, und jedes Teil trägt zu deinem Wohlbefinden bei. Besonders im Frühjahr unterstütze ich dich dabei, deinen Körper zu reinigen und neue Energie zu schöpfen.

Meine Bitterstoffe regen deine Verdauung an und wirken sich positiv auf dein inneres Gleichgewicht aus. Ich unterstütze Leber, Galle und Bauchspeicheldrüse, wirke entwässernd und kann bei Beschwerden der Harnwege hilfreich sein. Dabei arbeite ich nicht stark eingreifend, sondern sanft und anregend – klärend, stärkend und belebend.

Auch in deiner Küche bin ich vielseitig: Die jungen Blätter vom Löwenzahn enthalten viel Vitamin C und schmecken im Salat oder im Smoothie. Ältere Blätter schmecken recht bitter. Aus den Blättern, Stängeln und Blüten lässt sich Löwenzahnsuppe kochen. Die aufgehenden Blütenknospen schmecken wie junge Walnüsse. Aus ihnen lässt sich ein Sirup herstellen, der eine Alternative zu Honig sein kann. Aus den gerösteten Wurzeln lässt sich Kräuter-Kaffee „Muckefuck“ zubereiten.

In der Naturheilkunde werde ich besonders für meine Wirkung auf Leber und Galle geschätzt. Als Tinktur oder Tee unterstütze ich deine Verdauung und helfe dir, wieder in deine innere Balance zu finden – oft in Kombination mit anderen Frühlingskräutern auch ideal für eine sanfte Entschlackungskur.

Doch wie bei allen Heilpflanzen gilt: Höre auf deinen Körper und nutze mich bewusst und in Maßen, damit ich dich bestmöglich begleiten kann.

Meine frischen Blätter kannst du ganz einfach in deine Ernährung integrieren. Fein gehackt im Salat regen sie deinen Stoffwechsel an und begleiten dich ideal bei einer Frühjahrskur. Auch meine Blüten lassen sich nutzen – aus ihnen kannst du sogar einen aromatischen „Löwenzahnhonig“ herstellen. Und meine Wurzeln können im Herbst und Winter ausgegraben und als Gemüse gegart werden.

Vielleicht hast du auch schon einen meiner vielen Namen gehört – wie „Kuhblume“ oder „Butterblume“. Im Volksmund nennt man mich augenzwinkernd sogar „Bettseecher“, ein Hinweis auf meine harntreibende Wirkung.

Botanische Eckdaten

Bevorzugt feuchte bis frische, nährstoffreiche Böden
extrem frostbeständig und winterhart
Ursprünglich aus den gemäßigten Regionen Eurasiens und Zentralasiens stammend, Europa
März - Juni
Bevorzugt sonnige Lagen

Heilwirkung

Die Heilkraft entfaltet sich als Tee oder Tinktur aus allen Bestandteilen am besten. Der Tee macht müde Menschen munter und er kann auch bei leichten Kopfschmerzen helfen. Außerdem regt Löwenzahn die Verdauung sowie den gesamten Stoffwechsel an und ist somit ein guter Begleiter für eine Frühjahrskur bzw. in der Fastenzeit. Achtung: keine Anwendung bei Wassereinlagerungen in Folge von eingeschränkter Nieren- oder Herztätigkeit.

Merkmale

10 - 30 cm
🌷 (gesamte Pflanze)
🍽 (essbar), ⚕ (Heilpflanze), 🔧 (Kaffee-Ersatz, Kautschuk)
Für Bienen und Insekten bin ich eine wichtige Nahrungsquelle.
TIPP: Ein paar Löwenzahnblätter oder je ein Stängel mit Blüte kann man im Frühling gut snacken. Der Löwenzahn mit seinen Bitterstoffen hilft u.a. bei der Fettverdauung.
Löwenzahn Gelee 1 Litermass geöffnete Löwenzahnblüten (ohne Stiele, das Grün macht es bitter) 1 Liter Wasser Zitrone klein geschnitten (Bioqualität)   Alles 5 Minuten aufkochen, über Nacht stehen lassen. Durch ein Haarsieb absieben und mit 1 :1 Gelierzucker nach Verpackungsanleitung aufkochen.

   LÖWENZAHN KOKOSBÄLLCHEN
 Sonnengelb mit Blüten und ganz fix gemacht. 

 300 g Kokosflocken
, 2 Handvoll Löwenzahnblüten ohne die grünen Hüllblätter, 
70 - 100 g Ahornsirup (oder Löwenzahn-"Honig" oder andere flüssige Süße), 
1 EL Mandelmus 
blanchierte Mandeln. 

Alle Zutaten, außer Mandeln im Mixer verarbeiten. Die Kokosflocken brechen nach kurzer Zeit auf und werden zu einer Art Mus. Durch die Löwenzahnblüten wird alles schön gelb! 

Nutze die Süße je nach Geschmack! Am besten kurz kaltstellen, dann lassen sich die Kugeln besser formen. Wer mag, steckt noch eine Mandel in die Mitte und wälzt die Kugeln in Kokosflocken. 

Haltbarkeit: im Kühlschrank lange! In der Realität sind die schnell aufgefuttert.

Gefährdungsstufe

* Ungefährdet

Foto: Martina Pipprich
Foto: Anja Stöffler

Alle Angaben zu Kräutern wurden sorgfältig zusammengestellt, erheben jedoch keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Alle bereitgestellten Informationen stellen keine medizinische Beratung dar.

GOLDENE REGEL für ALLES: Nur was bekannt ist – wird gegessen! Es gilt die Regel: ein Handstrauß Wildpflanzen pro Person und Tag darf auf öffentlichem Gelände gesammelt werden. Verwenden Sie nur gewaschene Pflanzenteile, die Sie eindeutig bestimmen können – im Zweifel verzichten Sie bitte darauf.

TIPP: Ein Vorteil beim Kauf von Freiverkäuflichen Arzneimitteln aus der Apotheke und dem Facheinzelhandel besteht in der sachkundigen Beratung rund um Ihre Beschwerden.

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